Sunday, January 6, 2008

Etwas verspaetet....

....wuensche ich allen einen guten Start ins neue Jahr! Hoffe, ihr seit alle gut gerutscht (in einigen Teilen Deutschlands ja wohl buchstaeblich)....

Tja, um das von der Klinik noch etwas zu vervollstaendigen: leider habe ich ich es nicht mehr auf eine Flussreise geschafft, weil ich wegen einigen doofen Sachen nach dem Tod des Bebes noch ewig in Iquitos war und dann der Fluss so niedrig war (schreibt man das so auf Deutsch? wahrscheinlich nicht...), dass wir fast nirgendwo mehr hingekommen sind. das war z.B. auch ganz spannend, so von der Natur abhaengig zu sein.
Ganz ab Schluss hatten wir dann noch einen spektakulaeren Fall: ein 11-jaehriger hat sich eine Fischfang-Harpune ins Bein gerammt, als er den Hafen runtergefallen ist (die Haefen werden inbei niedrigem Wassernstand sehr hoch und natuerlich ordentlich matschig). Wir haben ihn zusammen mit einem 6-jaehrigen Maedchen mit Oberschenkel-Bruch evakuiert und in Iquitos haben sie eine huebsche Story (die Kinder haben angeblich gekaempft und so kam es zu den Verlsetzngen) draus gebastelt und es kam sogar im TV: Fuer´s Projekt nur gut.
Apropos Iquitos: da konnte ich immer im OP hospitieren/assistieren und habe sogar genaeht *angeb* Jedenfalls war das sehr spannend und ich habe viel gesehen und gelernt. So gibt es z.B. besonders bei armen Leuten immer wieder heftigste Verbrennungen wegen undichter Gasleitungen o.ae. Einmal hatten wir eine 2-Jaehrige mit grad II und III in Gesicht, Brust. Armen und Beinen. Als wir sie fuer die Narkose vorbereitet haben hat sie natuerlich geweint und nach ihrer Mama geschrien. Da musste ich fast mitweinen.
Waren aslo teilweise heftige Faelle und das Gesundheitssystem ist fast nicht vorhanden. Es gibt zwar eine Versicherung, die eigentlich alles uebernehmen sollte, aber Realitaet gibt es meistes nur die Haelfte der verschriebenen Medikamente und Materialien und deren Apotheke. Den rest muessen die Angehoerigen kaufen. Und es wird auch nur das in der Op verwendet, was der Patient mitbringt, vom Narkosemittel bis zur Kompresse. Nur im Notfall zahlen die Aerzte was aus eigener Tasche oder es gibt eine kleine Reserve von Sachen, die in anderen OPs nicht verwendet wurden und nicht zurueckgegeben wurden. Geraete wie z.B. zum herstellen von Spalthaut zur Eigentransplatation bei verbrennugen gibt es hoechstens mal aus einer Spende. Ueberhaupt ist eigentlich alles veraltet, incl. vieler Operationsmethoden. So ist z.B. fast ein Patient an einer Gallenblasenentfernung gestorben. In Iquitos ist das eine grosse Bauch-OP und in Deutschland ein Routineeingriff mit drei kleinen Schnitten....

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